Vielfalt (er)leben: Für mehr Bildungsgerechtigkeit

Förderung durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der EU
Artikel vom 19. Juni 2026
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Das Projekt zielt darauf ab, strukturelle Barrieren abzubauen und Kindern sowie Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Startchancen im deutschen Bildungssystem zu ermöglichen.
Für FuNah bedeutet die EU-Förderung zudem einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Professionalisierung. Durch die Finanzierung können mehrere hauptamtliche Stellen geschaffen werden, wodurch die erfolgreichen Integrationsangebote im Bereich Lernen und Bewegung weiter ausgebaut und langfristig gesichert werden. So werden Bildungsgerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Integration von Kindern und Jugendlichen in Hildesheim gezielt gestärkt.
In Deutschland entscheidet zu einem großen Teil die soziale Herkunft, insbesondere das Bildungsniveau, Einkommen und die Ressourcen der Eltern über den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen. Laut der Sozialberichterstattung des Landes Niedersachsen gelten in der Stadt Hildesheim 25,1 Prozent der Kinder als arm, weil sie in Haushalten aufwachsen, die Sozialleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II erhalten. Um diesen Kindern in Hildesheim im deutschen Schulsystem dennoch eine Chance zu geben, verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz. „Wir nutzen jeden möglichen Hebel, um auf kommunaler Ebene die strukturellen Bildungsnachteile für Kinder aus einkommensschwachen Familien auszugleichen“, erklärt Sozialdezernent Malte Spitzer. Damit reiht sich das Förderprojekt „Vielfalt (er)leben 2.0“ in eine Vielzahl weiterer Maßnahmen wie die Bildungsoffensive 2.0 in Kitas oder den bedarfsorientierten Ausbau des Ganztages ein, die sich der Bildungsgerechtigkeit verschrieben haben.
Handlungsbedarf in der Nordstadt
Der Fokus der Maßnahmen liegt auf der Hildesheimer Nordstadt sowie angrenzenden Quartieren, da diese Gebiete laut dem städtischen Sozialmonitoring erhebliche Bildungsbenachteiligungen aufweisen. Während stadtweit 72,2 Prozent der Kinder eine Einschulungsempfehlung erhalten, liegt dieser Wert im Schulbezirk der Grundschule Nordstadt lediglich bei 64,6 Prozent. Zudem wachsen mehr als die Hälfte der Kinder in der Nordstadt in einkommensschwachen Familien auf. „Vielfalt (er)leben 2.0“ setzt genau dort an, um strukturelle Nachteile auszugleichen.
Das neue Förderprojekt knüpft an die erfolgreiche Arbeit des Vorgängerprojekts „Vielfalt (er)leben 1.0“ an, das seit Anfang 2023 lief. „Durch die Fördermittel von knapp 4 Mio. Euro können wir einerseits die bereits aufgebauten bewährten Strukturen verfestigen aber gleichzeitig auch weiter ausbauen, sodass noch mehr Kinder und Jugendliche davon profitieren“, freut sich Teresa Daubenmerkl (Stadt Hildesheim, Sozialplanerin und Projektleitung). Durch die Förderung der
Europäischen Union mit einer Quote von 90 Prozent kann die Stadt Hildesheim langfristige Strukturen etablieren, die über die Projektlaufzeit hinauswirken.
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Das Projekt basiert auf sechs Maßnahmen, die Bildungserfolge von der Kita bis zum Übergang in den Beruf fördern:
Bildungscoaches (Umsetzung: Verein Cluster): Sie unterstützen Eltern in Kitas dabei, die Anforderungen des deutschen Bildungssystems zu verstehen, Hemmnisse oder Hürden zu überwinden und ihre Kinder gezielt auf die Schule vorzubereiten.
FuNah #bewegt (Umsetzung: Verein FuNah): In Kooperation mit der Universität Hildesheim verknüpft diese Maßnahme Sport mit nachhaltigem Lernen, um Bildungschancen spielerisch zu stärken.
Offene Kinder- und Jugendarbeit (Umsetzung: Kinder- und Jugendhaus Nordstadt): Das KJN bietet informelle Bildungs- und Freizeitangebote sowie Hausbesuche an, um Familien in Bildungsfragen individuell zu begleiten.
Fitness im Viertel (Umsetzung: Verein Cluster): Diese Maßnahme kombiniert Sport mit sozialpädagogischer Beratung und unterstützt Jugendliche dabei, Bildungs- und Teilhabehürden zu überwinden.
Gemeinsam wachsen (Umsetzung: Bereich Jugend, Stadt Hildesheim): Ein Projekt zur Förderung der interkulturellen Verständigung, der Medienkompetenz und der politischen Bildung, das junge Menschen zu aktiven Mitgestaltenden der Stadtgesellschaft macht.
Dolmetscherpool (Umsetzung: Verein Asyl): Professionelle Sprachmittlung in Kitas und Schulen verhindert, dass Sprachbarrieren den Bildungsweg der Kinder behindern und Eltern von wichtigen Informationen ausgeschlossen werden.



