Omar Fahmy und Dominik Feer gründeten 2014 – aus einer studentischen Initiative heraus – in Kooperation mit Prof.in Dr. Vera Volkmann FuNah als kleines Pilotprojekt. Während eines Praktikums an einer Realschule erhielten sie unterschiedliche Einblicke in den Nachmittagsbereich an einer Schule und dabei wurde deutlich, dass Bewegungsangebote in Form von AG’s gut besucht waren, wohingegen ,,Lern AG’s‘‘ weniger Beachtung bei Schülerinnen und Schülern fanden. Da entstand, auch aus einer tiefen Verbundenheit mit dem Fußball, die Idee ein Angebot zu kreieren, das Bildung und Sport (Fußball) koppelt. Warum der Begriff FuNah? Ganz einfach: In erster Linie setzt sich FuNah aus den Begriffen ,,Fußball‘‘ und ,,nachhaltiges Lernen‘‘ zusammen. Allerdings werden bei einer näheren Betrachtung Begriffe wie ,,FuN‘‘ oder ,,Nah‘‘ ebenfalls ersichtlich. Wir möchten mit unserer Arbeit nah dran sein an den Kindern und Jugendlichen, ihnen den Spaß am Lernen vermitteln und gleichzeitig ihre Persönlichkeit stärken. Einige Jahre später stehen wir hier, FuNah ist gewachsen und an verschiedenen Schulen aktiv, bietet verschiedene Angebote an und entwickelt sich glücklicherweise positiv – und das dank vielen Unterstützern und einem sensationellen Team, das mit viel Hingabe und einer großen Bereitschaft die Herausforderungen dieser Zeit angeht.

Fußball

nachhaltiges Lernen

FuNah: 45 min. individuelle Lernförderung & 45 min. Fußballspielen

Studierende der Universität Hildesheim verbringen einen Nachmittag pro Woche an ausgewählten Schulen und bieten dort ausgewählten Schülerinnen und Schüler erst eine Schulstunde individuelle Lernbegleitung (individuelles Coaching, gruppenorientiertes Coaching, weiterführender Spracherwerb, Hausaufgaben, Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Schließung von Lücken im Lernstoff) an, um anschließend eine weitere Schulstunde mit den Kindern Fußball zu spielen. Die Lernaufgaben werden in Absprache mit der Schule definiert und durch zusätzliches Material u.a. Deutsch als Zweitsprache von Seiten der Universität Hildesheim ergänzt.
Das Fußballspielen wird als umfassende Lerngelegenheit aufgefasst. Es ist durch seine einfache Spielidee für alle sofort spielbar, sehr motivierend und bietet im Verlauf eine Vielzahl von Situationen, die als Anlass zum sozialen Lernen dienen. Um dies besonders zu fördern, wird nach speziellen Regeln gespielt. Ziel ist, dass das gemeinsame Spiel nicht Gewinner und Verlierer produziert, sondern für alle FuNah-Kinder eine gelungene Spiel- und Bewegungserfahrung bietet.
Die FuNah-Einheiten werden durch feste Rituale im Ablauf gerahmt, die eine verlässliche und transparente Struktur für die Kinder bieten und zu angemessenem Verhalten und Reflexion anhalten. Die Studierenden sollen dabei für die Kinder sowohl für das schulische Lernen, in sprachlicher Hinsicht, aber auch für das an gleichberechtigter Teilhabe und Miteinander orientierte Fußballspielen eine Vorbildfunktion (Role Model, Gatekeeper) einnehmen und werden unter Bezugnahme auf die vier Säulen von FuNah vom Projektteam entsprechend geschult. Es findet dadurch eine enge Verknüpfung mit der Lehre an Institut für Sportwissenschaft statt, so dass die Studierenden für die Thematik nachhaltig sensibilisiert werden.
Darüber hinaus finden im Rahmen von FuNah immer wieder auch außerschulische Veranstaltungen statt, wie z.B. die Teilnahme am Interkulturellen Fußballturnier des buntkicktgut e.V. (strategischer Partner u.a. FC Bayern München), eigene interkulturelle Fußballturniere, FuNah Sommercamps, Wochenendausflüge nach Hamburg, Berlin, München und auch Schwimmkurse. Den Kindern wird auf diese Weise ein breiter Zugang zu sozialer Teilhabe ermöglicht.
Ziel war und ist es, Kindern mit Migrationshintergrund und/ oder sozialer Benachteiligung durch die Kombination von individueller Lernförderung und Fußball bessere Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsprozess zu ermöglichen. Der Fußball als populärste und schichtenübergreifende Sportart nimmt eine Brückenfunktion zwischen schulischem Lernen und Sport als Medium für soziale Lernprozesse ein. Das FuNah-Konzept fußt auf vier Säulen, die für die konkrete Arbeit mit den Kindern maßgeblich sind: Bildungsbewusstsein, Sozialverhalten, Selbstbewusstsein, Integration.

»Lehren heißt, ein Feuer entfachen, und nicht, einen leeren Eimer füllen.«
Heraklit

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